LÜTZERATH






















Im Rheinischen Revier mussten in den letzten 70 Jahren mehr als 40000 Menschen dem Braunkohleabbau weichen. Für eine vermeintlich effiziente Energiegewinnung durch heimische Rohstoffe wurden Dörfer abgerissen und Menschen „umgesiedelt“.
Begleitet wurde dieser Prozess von Anfang an durch gesellschaftliche Debatten. In den 1950er und 1960er Jahren beherrschte der Glaube an und der Wille zum Wohlstand die
öffentliche Meinung. Im Laufe einer sich stark wandelnden Debatte wurde zunehmend auch über die sozialen und ökologischen Folgen diskutiert.
In den letzten Jahren wurde das Dorf Lützerath zu einem Synonym für den Widerstand gegen die Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe. Aktivist:innen lebten seit 2020 auf dem Land von Bauer Eckhart Heukamp, dem letzten „regulären“ Bewohners des Dorfes.
Meine Bilder zeigen Ihre selbstgebauten improvisierten Unterkünfte. Trotz des mittlerweile beschlossenen Kohle-Ausstiegs wurde Lützerath im Januar 2023 durch die Polizei geräumt. Die Aktivist:innen wurden vertrieben und Ihre Unterkünfte zerstört.
In the Rhineland region, more than 40,000 people have been forced to make way for lignite mining over the past 70 years. Villages were demolished and people "relocated" for supposedly efficient energy production from local resources.
This process was accompanied by social debates from the very beginning. In the 1950s and 1960s, the belief in and desire for prosperity dominated public opinion. As a rapidly changing debate unfolded, the social and ecological consequences were increasingly discussed.
In recent years, the village of Lützerath has become synonymous with resistance to energy production from fossil fuels. Activists have lived on the land of farmer Eckhart Heukamp, the village's last "regular" resident, since 2020. Their intention was to stop the company RWE from tearing down this last village.
My pictures show their self-built, improvised shelters. Despite the already-decided phase-out of energy production from coal, Lützerath was stormed and evacuated by the police in January 2023. The activists were expelled, and their shelters destroyed.
Diese Arbeit wurde gefördert mit einem Künstler-Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ausschnitte aus der Arbeit waren Teil der Ausstellung umBAU in der AKNW Düsseldorf